Design- und Berghotel in einem: Wer im Giardino Moutain nach verstaubter Engadiner Grandesse sucht, wird hier nicht fündig. Gerade deshalb empfehle ich den Besuch im 5* Designhotel wärmstens.

Wenn man nicht wüsste, wo man halten muss, könnte man das Giardino Mountain, unauffällig am Strässchen durch Champfèr nahe St. Moritz gelegen, glatt verpassen. Dieses Hotel zu übersehen wäre jedoch eine Schande, denn hinter der im ersten Augenblick unauffälligen Fassade verbirgt sich ein wahres Bijou.

Warum wir nach unserem dreitätigen Aufenthalt am liebsten den gesamten Winter dort verbracht hätten:

  1. Einrichtung
    Wie in allen Hotels der Giardino-Gruppe wird sehr viel Wert auf das Design gelegt. Auch die alteingesessenen St. Moritzer Häuser wie Kulm, Palace & Co. haben ganz klar ihren Charme, das Giardino Mountain aber ist anders. Es besteht aus einem Ensemble aus sieben Engadiner Häusern, die 2011 aufwändig restauriert wurden. Dieser Mix aus klassischer Schweizer Berghaus und modernem Innendesign macht es einzigartig.
  2. Essen
    Die Kulinarik ist für mich natürlich immer ein zentraler Punkt. Wie im Giardino Ascona und im Atlantis by Giardino isst man im Hide & Seek auch hier ayurvedisch inspirierte Gerichte. Wärmstens empfehlen kann ich Rolf Fliegaufs Gourmet Restaurant «Ecco». Hier trifft man anspruchsvolle internationale Klientel, wobei schnell klar wird: bei Fliegauf muss man zum Lachen nicht in den Keller, es ist keines der Haute Cusine Restaurants, in denen man flüsternd miteinander kommunizieren muss. Die Atmosphäre ist stilvoll, aber entspannt. Das Interieur ist für meinen Geschmack fast schon zu puristisch, Essen und Service machen dieses Detail aber längst wieder wett.
  3. Atmosphäre
    Für mich der wichtigste Punkt, den ich gerade eben schon kurz erwähnt habe. Ich mag top Hotels, finde es aber schade, wenn man sich fühlt, als ob man ständig auf Eiern gehen müsste. Wie in allen Giardino Häusern ist das Personal hier sehr aufmerksam und herzlich, ohne dabei «too much» zu sein, die allgemeine Atmosphäre ist schlicht relaxed.
  4. Aktive Entspannung
    Im Aktivurlaub zur Ruhe finden… Ein Widerspruch in sich? Überhaupt nicht. Wir haben unter anderem eine Langlauflektion mit dem hoteleigenen Guide gebucht (was für ein anstrengender Sport!!) und haben danach einige Stunden im Spa entspannt – herrlich!
    Tagelang nur rumliegen ist für mich persönlich schwierig. Ich brauche körperliche Betätigung, um danach so richtig herunterfahren zu können. Hier wird beides auf top Niveau geboten.
  5. Das Frühstück…
    kriegt an dieser Stelle nebst der allgemeinen Kulinarik eine eigene Erwähnung. Von frischen Säften über regionalen Käse bis zu leckeren Omeletten und Porridges, letztere ebenfalls nach ayurvedischen Prinzipien zubereitet, wartet hier am Buffet so ziemlich alles auf die Gäste, was sie sich wünschen können.
  6. Wellness
    Last but not least ist das Spa einfach wunderbar, ganz besonders die Behandlungen. Für mich zählt jeweils nicht nur die Massage an sich, sondern das Gesamterlebnis.
    Hier wird man herzlich empfangen, kriegt ein duftendes feuchtes Tuch für Hände und Gesicht und wird danach in einen abgedunkelten Raum mit leiser Musik im Hintergrund geführt. Leider habe ich von der Massage nur etwa 10 Minuten mitgekriegt, ich war so entspannt, dass ich gleich eingeschlafen bin.

Fazit: Das Giardino Mountain würde ich Menschen empfehlen die ein Hotel suchen, das sich von klassischen 5*-Häusern abhebt und wo unprätentiöser Top-Service gross geschrieben wird. We will be back!

 

 

 

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