Tasting-Crashkurs für ambitionierte Gaumenexperten. Wie plane ich ein Tasting? Welchen Whiskey benutze ich dazu?

Dies ist der letzte Blog unserer Whiskey-Serie. Bald folgt zudem ein Videotutorial, wo wir zeigen, wie man Drinks mixt und unser letztes Whiskey-Pairing-Rezept. Jetzt aber erstmal zum Tasting:

where?
Ich mag es ausserordentlich, Freunde zum Essen einzuladen. Manchmal gibt es an solchen Abenden zuerst ein feines Dinner, danach eine Runde Tasting. (Das kann auch mal Wein oder Schokolade sein.) Das Essen ist abgeräumt, die Gläser stehen bereit, Papier und Stifte auch, damit man während des Probierens seine Gedanken niederschreiben kann. Ich würde ausserdem empfehlen, eine Bewertungsskala festzulegen (z.B. von 1-5).

good to know
Single Malt Whiskey ist bestimmt jener Tropfen, den man geschmacklich am ehesten einzuordnen vermag. Warum? Singe Malt wird lediglich aus gemälzter Gerste (Malt), Hefe und Wasser hergestellt und zwei, manchmal aber auch dreimal gebrannt. Das «Single» steht jeweils für die Anzahl Brennereien, aus welchen die Tropfen stammen und sind somit keine Kombi aus verschiedenen Sorten. Wenn anderer Getreide-Whiskey hinzukommt oder die Abfüllungen mit Alkohol aus anderen Brennereien kombiniert werden, spricht man von «Blend». Um die Geschmackssinne nicht zu überfordern sagt man, dass fünf bis sechs verschiedene Whisk(e)ys optimal für ein spannendes Tasting sind. Für eine Flasche muss man zwischen 30-80 Franken hinblättern. Aber nicht nur der Inhalt ist wichtig, auch auf die Verpackung kommt es in diesem Fall an. Snifter-Gläser geben einen klaren Blick auf das Destillat und ermöglichen die Entfaltung der Geschmäcker.

let’s get started
Single Malts bieten sich also meiner Meinung nach für Tastings an, da sich die Charakteristiken des Getränks besser herausschmecken lassen. Und mit diesem Vorwissen darf man sich also gerne an eine Degustation wagen. Was es noch dazu braucht? Etwas zu Knabbern (auch für das Neutralisieren des Gaumens wichtig), und vielleicht einen kleinen Happen vorweg um den Boden zu legen. Dann muss man sich nur noch auf der Landkarte festlegen, ob man einen Abstecher nach Schottland, Irland, Amerika oder Kanada macht. Für ganz Mutige gibt es exotische Destillate aus Japan – oder natürlich auch lokale Schweizer Tropfen. Dann gibt’s noch die Debatte Eiswürfel oder nicht. Was klar ist, ist, dass Eis leichte Aromen ruiniert. Je nach Tropfen kann es aber trotzdem Sinn machen, den Whiskey mit ganz wenig Quellwasser (Zimmertemperatur) zu vermischen. So können neue Aromen frei gesetzt werden. Am Besten man informiert sich vor dem Tasting kurz zu den einzelnen Getränken und wie sie am besten verköstigt werden.

 

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Es gibt abertausende Arten von Whiskeys und genau so viele Herstellungsarten. Dieser amerikanische Tropfen z.B. wird mithilfe eines speziellen Holzkohleverfahrens gefiltert.

 

Keine Frage – ein Whiskey-Tasting ist nicht ganz günstig. Für denselben Preis geht man mit Freunden auswärts schön deftig essen. Daher: Ab und zu eine Degu macht Spass – aber auf eine frische Pizza aus dem Steinofen würde ich dafür auf Dauer nicht verzichten wollen. Die Kunst liegt somit im Masse. Beim Trinken erst recht!

 

 

 

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